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Frühling Allergien

Juckende Augen, Niesattacken, eine laufende Nase – für viele Menschen gehört das im Frühjahr leider zum Alltag.

Allergien entstehen nicht durch einen einzelnen Faktor, sondern meist im Zusammenspiel mehrerer Prozesse im Körper. Deshalb lohnt es sich, dieses Thema etwas tiefer einzuordnen.

Die Schleimhautbarriere – unsere erste Schutzschicht

Unser Körper besitzt mehrere Schutzbarrieren gegen äußere Reize:

  • Haut
  • Schleimhäute der Atemwege
  • Darmschleimhaut

Diese Barrieren entscheiden mit darüber, welche Stoffe in den Körper gelangen und wie stark das Immunsystem darauf reagiert.

Besonders wichtig ist dabei die Darmschleimhaut. Sie bildet eine hochspezialisierte Grenzfläche zwischen Außenwelt und Organismus.

Hier geht es um:

  • Was darf aufgenommen werden?
  • Was wird toleriert?
  • Und was stellt eine potenzielle Gefahr dar?

Ist diese Barriere stabil, arbeitet auch das Immunsystem ausgeglichener. Gerät sie jedoch aus dem Gleichgewicht, kann die Durchlässigkeit steigen. In der Forschung wird dieses Phänomen häufig als erhöhte intestinale Permeabilität beschrieben.

Dadurch gelangen vermehrt Substanzen in den Körper, die eigentlich draußen bleiben sollten. Das Immunsystem wird stärker aktiviert – und reagiert insgesamt sensibler.


Die Schleimhautimmunität des Darms

Die Darmschleimhaut ist jedoch nicht nur eine physische Barriere – sie ist auch ein hochaktives immunologisches System.

Ein großer Teil unseres Immunsystems sitzt direkt in der Darmwand. Dort befinden sich zahlreiche Immunzellen, die ständig mit den Mikroorganismen des Mikrobioms sowie mit Nahrungsbestandteilen in Kontakt stehen.

Diese sogenannte mukosale Immunität hat eine zentrale Aufgabe: Sie muss lernen, zwischen harmlosen Stoffen und tatsächlichen Bedrohungen zu unterscheiden.

Wenn diese Regulation gut funktioniert, entsteht eine Immun-Toleranz gegenüber vielen Umweltstoffen.

Bei Allergien zeigt sich jedoch häufig eine übersteigerte Schleimhautimmunität. Das bedeutet:

Das Immunsystem reagiert auf eigentlich harmlose Substanzen – wie Pollen – mit einer übermäßigen Abwehrreaktion. Dabei werden verstärkt entzündliche Botenstoffe freigesetzt, unter anderem auch Histamin.


Histamin – mehr als nur ein Allergiebotenstoff

Histamin ist ein natürlicher Botenstoff, der an vielen Stellen im Körper wirkt. Er spielt unter anderem eine Rolle bei:

  • Immunreaktionen
  • Entzündungsprozessen
  • der Regulation der Magensäure
  • der Kommunikation zwischen Nervenzellen

Bei allergischen Reaktionen wird Histamin verstärkt freigesetzt. Dadurch entstehen typische Symptome wie:

  • Schleimhautschwellungen
  • Juckreiz
  • Niesreiz
  • verstärkte Schleimproduktion

Normalerweise wird Histamin im Körper auch wieder abgebaut – unter anderem durch bestimmte Enzyme wie Diaminoxidase (DAO).

Kommt es jedoch zu einer erhöhten Belastung oder zu einer eingeschränkten Abbaukapazität, kann sich Histamin stärker im Körper ansammeln.


Die Rolle des Mikrobioms

Ein weiterer elementarer Aspekt betrifft das Darmmikrobiom. Im Darm leben mehrere Billionen Mikroorganismen, die in enger Wechselwirkung mit unserem Immunsystem stehen.

Sie beeinflussen unter anderem:

  • die Reifung von Immunzellen
  • entzündliche Prozesse
  • die Stabilität der Darmschleimhaut
  • Stoffwechselprozesse

Einige Bakterienarten sind sogar in der Lage, Histamin selbst zu produzieren. Andere wiederum unterstützen den Abbau bestimmter Stoffe, zu denen Histamin gehört.

Das bedeutet: Die Zusammensetzung des Mikrobioms kann mit darüber entscheiden, wie viel Histamin im System vorhanden ist und wie gut der Körper damit umgehen kann.

Gerät das bakterielle Gleichgewicht durcheinander – etwa durch Stress, Medikamente wie Antibiotika oder eine dauerhaft ungünstige Ernährung – kann sich auch dieser Histaminstoffwechsel verändern.


Stress – ein oft unterschätzter Faktor

Ein weiterer Baustein im Gesamtbild ist die Stressbelastung. Chronischer Stress beeinflusst mehrere Systeme gleichzeitig:

  • das Nervensystem
  • das Immunsystem
  • die Darmbewegung
  • die Durchblutung des Darms
  • das Mikrobiom

Stresshormone können zudem Entzündungsprozesse verstärken und die Barrierefunktion der Darmschleimhaut beeinträchtigen. Viele Menschen beobachten deshalb, dass ihre Allergiesymptome gerade in stressreichen Phasen besonders ausgeprägt sind.


Therapieansätze bei Heuschnupfen

Bei Allergien gibt es verschiedene Behandlungsstrategien. Die meisten Menschen kennen vor allem zwei Ansätze:

  • Symptomatische Behandlung: Hier geht es darum, Beschwerden zu lindern – beispielsweise mit Antihistaminika oder Nasensprays.
  • Hyposensibilisierung: Dabei wird der Körper über einen längeren Zeitraum an das Allergen gewöhnt.
  • Ein dritter Ansatz richtet den Blick stärker auf die Stabilisierung der Schleimhautbarrieren und des Darmmilieus.

Ziel ist es, das Immunsystem insgesamt besser zu regulieren und die Reaktionsbereitschaft zu senken.


Ernährung als unterstützender Faktor

Auch die Ernährung nimmt Einfluss auf das innere Milieu. Hilfreich kann sein:

  • eine eher histaminarme Ernährung
  • enzymreiche Lebensmittel, die Verdauungsprozesse unterstützen
  • eine gute Versorgung mit Vitamin C
  • das Meiden von Lebensmitteln, die Histamin freisetzen können

Darüber hinaus spielt eine darmfreundliche Ernährung mit ausreichend Ballaststoffen eine wichtige Rolle für die Stabilität des Mikrobioms.

Siehe hierzu auch mein E-Book „Darmfreundlich essen“ zum Download.


Ein Blick auf das Gesamtbild

Heuschnupfen ist daher selten nur ein Problem der Pollenbelastung. Er entsteht meist aus einem Zusammenspiel verschiedener Faktoren:

  • Immunregulation
  • Histaminstoffwechsel
  • Darmmilieu
  • Schleimhautbarrieren
  • Stressbelastung

Je stabiler diese Systeme arbeiten, desto gelassener reagiert der Körper auf äußere Reize.


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