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Wer unter innerer Unruhe, Konzentrationsproblemen oder Erschöpfung leidet, sucht die Ursache oft dort, wo die Beschwerden sichtbar werden. Im Stress des Alltags, in beruflichen Belastungen, in schwierigen Lebenssituationen oder manchmal auch in den eigenen Persönlichkeitsmerkmalen. Schließlich fühlt es sich so an, als würde das Problem im Kopf entstehen.

Dabei gerät leicht aus dem Blick, dass unser Erleben nicht allein im Gehirn entsteht. Der Körper sendet ständig Informationen, verarbeitet Reize und beeinflusst darüber, wie wir uns fühlen, denken und auf Belastungen reagieren. Genau deshalb lohnt sich ein Blick auf einen Zusammenhang, der lange Zeit unterschätzt wurde:

Wie der Darm das Nervensystem beeinflusst.

Die meisten Menschen kennen die Situation, dass Stress auf den Magen oder den Darm schlägt. Vor einem wichtigen Gespräch, bei Aufregung oder in besonders herausfordernden Situationen macht sich das manchmal sehr deutlich bemerkbar.

Weniger bekannt ist die umgekehrte Richtung.                                                                                                                                              Denn auch der Darm steht in ständigem Austausch mit unserem Nervensystem und sendet fortlaufend Informationen zurück.

Es gehen 10 x mehr Informationen vom Darm zum Gehirn als vom Gehirn zum Darm!

An dieser Kommunikation sind unter anderem der Vagusnerv, das Mikrobiom, das Immunsystem und verschiedene Botenstoffe beteiligt. Sie bilden gemeinsam ein hochkomplexes Netzwerk, das Einfluss auf zahlreiche Prozesse im Körper nimmt. Man spricht hier auch von der Darm-Hirn-Achse

Aber es gibt noch einen weiteren wichtigen Aspekt der bei sehr vielen völlig unter dem Radar bleibt:                                                  Wenn das Darmmilieu aus dem Gleichgewicht gerät, Entzündungsprozesse zunehmen oder bestimmte Lebensmittel immer wieder Reaktionen auslösen, können sich die Auswirkungen auch ganz anders bemerkbar machen. Und Oft zeigen sich dann nicht zuerst über Verdauungsbeschwerden, sondern innere Unruhe, Konzentrationsprobleme, eine erhöhte Reizbarkeit oder einen schwankenden Energiehaushalt.

Das bedeutet nicht, dass hinter jeder inneren Unruhe oder jeder Erschöpfung automatisch eine Unverträglichkeit steckt.                                      Aber umgekehrt lohnt es sich, den Darm mitzudenken, wenn Beschwerden immer wieder auftreten, sich nicht schlüssig erklären lassen oder trotz verschiedener Ansätze bestehen bleiben.

Vielleicht ist genau das einer der Gründe, warum manche Symptome erst dann Sinn ergeben, wenn wir beginnen, die Zusammenhänge zwischen Darm, Nervensystem und Alltag gemeinsam zu betrachten.